Korporative Staatsgewalt: Integration privat organisierter Interessen in die Ausübung von Staatsfunktionen ; zugleich eine Rekonstruktion der Legitimationsdogmatik

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Mohr Siebeck, 2004 - 686 pages
English summary: Private interest groups (or their representatives) sometimes enjoy, at the initiative of the government, the privilege of controlling (alone or together with the public office holders) the exercise of legislative, executive or judicial powers. Examples are tripartite agreements (between the government, employers' associations and trade unions) on laws which are expected to be enacted later on by parliament without any modification. This phenomenon exists on the European Union level as well, e.g. in the case of the social dialogue. In the light of democratic principles, particularly the principle of democratic legitimacy, Hans-Georg Dederer examines the specific requirements for such participation of private interest groups in the exercise of governmental power. German description: Private Interessenorganisationen sind auf staatliche Veranlassung hin bisweilen so eng mit den Staatsfunktionen der Gesetzgebung, Vollziehung und Rechtsprechung verflochten, dass die privat organisierten Interessen bzw. deren Vertreter die Ausubung dieser staatlichen Funktionen (mit-)steuern. Hans-Georg Dederer untersucht u.a. das zentrale Problem, das sich dabei stellt: die demokratische Legitimation dieser korporativen Staatsgewalt. Als das normativ effektivste Legitimations- und Steuerungsinstrument vermag das Parlamentsgesetz neben funktioneller, organisatorischer, prozeduraler und inhaltlicher Legitimation insbesondere auch personelle Legitimation zu vermitteln. Um ein hinreichendes Legitimationsniveau zu erreichen, bedurfen konkrete Formen korporativer Staatsgewalt regelmassig parlamentsgesetzlicher Steuerung dessen, was im Lichte des Demokratie- und des Rechtsstaatsprinzips in Bezug auf die jeweilige konkrete Form korporativer Staatsgewalt ewesentlich' ist. Wesentlich sind beispielsweise die Sicherung hinreichender Interessenpluralitat, die tendenziell vollstandige Auswahl der zu reprasentierenden Interessen und der fur diese Interessen reprasentativen privaten Interessenorganisationen oder die Merkmale fur Eignung und Befahigung der Interessenvertreter.

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Contents

Einleitung
1
1 Begriffselement Staatsgewalt
10
2 Begriffselement korporativ
25
Funktionen korporativer Staatsgewalt
98
S4 Korporative Staatsgewalt und Gemeinwohl
108
6 Korporative Staatsgewalt und innere Souveränität des Staates
121
Rekonstruktion der Legitimationsdogmatik
140
Primäre Legitimation staatlicher Herrschaft in der Bundesrepublik
171
Fünfter Teil
399
S18 Gewaltenteilung und korporative Staatsgewalt
461
19 Vorbehalt des Gesetzes und korporative Staatsgewalt
471
S20 Verfassungsrechtliche Organisation der Staatsfunktionen
478
S21 Beamtenrechtlicher Funktionsvorbehalt und korporative Staatsgewalt
507
Siebter Teil
515
23 Supranationale korporative Hoheitsgewalt
577
zur organisierten Zivilgesellschaft
609

Sekundäre Legitimation staatlicher Herrschaft in der Bundesrepublik
190
11 Legitimation korporativer Staatsgewalt in der Bundesrepublik Deutsch
251
Demokratische Gleichheit und korporative Staatsgewalt
278
13 Prinzip der Mehrheitsentscheidung und korporative Staatsgewalt
330
14 Korporative Staatsgewalt und demokratische Repräsentation
342
Korporative Staatsgewalt und ethische Orientierung demokratischer
360
Leitsätze
622
Zentrale Aussagen
645
Literaturverzeichnis
653
Stichwortverzeichnis
683
Copyright

Common terms and phrases

Popular passages

Page 672 - Republik, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und der Vereinigten Staaten von Amerika vom 3.

About the author (2004)

Hans-Georg Dederer, Geboren 1967; Studium der Rechtswissenschaft in Tubingen und Konstanz; 1997 Promotion; 2003 Habilitation; Oberassistent an der Universitat Bonn.

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