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fe beurtheilen darf, weder weitläuftig noch zahl reich, und, wie ich wenigstens wünsche, nach dem so unterschiedenen Verständnisse und Geschmack * 3

qui ont le privilège des Femmes. S. den Difcours préliminaire vor den EPITRES DIVERSES, S. 8+

Auch bey den fleißigen Deutschen ist es schon lange altfrånkisch, und, mit Recht, lächerlich, darinn Ruhm zu suchen, daß man eine Schrift, in gebundener oder ungebundener Rede, mit zu gelehrten, red, nerischen und gekünftelten Noten überhåufet. Aber eben so ungereimt, eben so lächerlich ist es, Anmerkungen, die nicht ausschweifen, für überflüßig zu erklären. Die besten Ausgaben des Boileau, des Pope, des Opiß und des von Caniß beweisen täglich, daß, auch in neuern Poeten, die schönsten Stellen durch historische Erläuterungen, und kleine, angeneh, me Nachrichten allererst empfindlich werden und ein vollkommenes Licht gewinnen. Warum sollte man denn bey halben Kennern entschuldigen, was bey ganzen Dank und Nachahmung erworben hat? Zu unfern erleuchteten Zeiten sind ja die gewöhnlichsten Veråchter aller Anmerkungen noch immer diejenigen, wel

Der Leser eingerichtet. Ihre Absicht ist, ungea gründeten Deutungen möglichst zuvorzukommen, zu beweisen, ein weiters Nachdenken zu verans lassen, und zu unterhalten: denn auch dieser End

che mit dem ersten, flüchtigen Anblick der äussern Ge ftalt einer Sache bald und herzlich zufrieden sind, und, um nach dem Maasse ihrer Kräfte davon frey zu urtheilen, nichts als die Mode der lezten Wochen befragen. Nur so lernen viele, was sie lehren. Daher sprudelt von ihren fertigen Lippen der entscheidende Beyfall oder Tadel. Würden aber nicht ein deutscher Warburton und Brossette fast so unsterblich werden, als Haller selbst; wenn sie "ber diesen Dichter solche Noten schrieben, als wir über den Pope, Shakespear und Boileau, mit einem so nüglichen Vergnügen, befizen?

Der Herausgeber des Tourreils, des Uebersezers des Demosthenes, eines Mitgliedes und einer Eh re der französischen Academien, dessen Werke im Jahre 1721 zu Paris sämmtlich an das Licht getreten find, giebt die wahren Ursachen an, warum einigen solcher geschwinden Leser die Anmerkungen gemeiniglich so verhaßt zu seyn pflegen in der Vorrede, S. 36. 37.

zweck ist mir nicht überflüßig. Gelehrten mögen also einige nur ergehend, andere Unwissendern nur gelehrt scheinen.

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Beaucoup de perfonnes aujourd'hui font prévenuës contre les Notes. Les femmes, qui d'ordinaire font peu curieufes d'erudition, ne les aiment pas. La plupart des hommes du monde reffemblent auz femmes far ce point; et uniquement occupez de leurs plaifirs ou de leur fortune, ne cherchent que l'amufement dans leurs Lectures. Il y a même des hommes de Lettres, qui ne font guéres plus favorables à cette forte d'ouvrages. Ce font ceux qui écrivant bien d'ailleurs, et qui n'étant pas fans génie, n'ont point eu l'avantage de faire de bonnes études dans leur jeuneffe. Comme ils fe fentent un peu foibles du côté des connoiffances acquifes, ils ne peuvent goûter des obfervations fçavantes, qui leur mettant fans ceffe devant les yeux ce qui leur manque, lés engagent à des retours des-agréables für eux-mêmes, et affligent leur amour propre. Ils prennent donc le parti de méprifer dans les autres un mérite, qu'eux-mêmes ils n'ont pas eu la volonté ou le pouvoir d'acquérir. Mais fans contredit; les plus grands ennemis des Notes, ce font ces Critiques achar

Jahre sind es, die den eigentlichen Werth der Werke des Wizes feßtseßen. Freunde und Feinde sind parteyisch. Nur die Nachwelt entschei det ohne Vorurtheile.

Der Verfasser einer Schrift, die den Menfchen lebhaft und sehr ähnlich abschildert, ist gewiß glücklich, wenn die gefährlichen Leser, deren Erleuchtung nicht über die Dämmerung gehet, ihm nicht gar bald heimliche Absichten beymessen, die ihm nicht einfallen können, und endlich

nez, qui ont déclaré une guerre impitoyable aux bons Ecrivains de l'antiquité. Comme elles font voir à tous momens la foibleffe de leurs cenfures, et qu'el.. les battent en ruine leur opinion favorite, il n'y a rien qu'ils n'employent pour les décrier. Ils affectent de donner à ceux qui travaillent en ce genre, les noms de Scholiaftes et de Compilateurs. Et pour les avilir encore plus, ils ont fait exprès le mot d'Erudits, qui étant mort dans fa naiffance, a eu la même fortune, que tant d'autres mots qu'ils créent tous les jours.

Borbericht.

IX

Schriften andichten, welche sie selbst gemacht zu haben verdienten. Dergleichen schlaue Kundschaf ter kennen viele Bücher so genau, als die Länder und Höfe, welche sie angesehen haben.

Nach dem Steine der Weisen ist nichts schwes rer zu finden, als die Kunst, jedem zu gefallen. Es giebt Kenner, die so gesetzt sind, als der Unempfindliche, welcher bey einer beweglichen Canzela rede, mit den andern Zuhörern durchaus nicht weis nen wollte, weil er nicht von dem Kirchspiel war. *

Man wird mich, mit Recht und mit Unrecht, tadeln. Beydes bestårket mich in meinem Entschlusse, was ich geschrieben habe, oft zu verbessern, selten mehr zu schreiben, immer zu lernen.

Vor mehr als zwanzig Jahren habe ich meine unvollkommensten Gedichte herausgegeben. Dieses geschahe, wie verschiedene noch wissen, auf Antrieb eines unzuverläßigen Rathgebers, der schon

* S. die Managiana, Tom. I. p. 282

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