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Für die Redaktion verantwortlich: Otto Liebmann. – Verlag von Otto Liebmann. – Druck von Pass & Garleb.

Sämtlich in Berlin.

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u.

Nummer 24.
Berlin, den 15. Dezember 1904.

IX. Jahrgang.
(Nachdruck der Entscheidungen nur mit genauer, anverkürzter Quellenangabe gestattet.)
1. Reichsgericht.

Grundes des Anspruchs berücksichtigt werden?)

Kl. (ein Arbeiter) ist von der elektrischen Strassenbahn, 1. Zivilsachen.

der Verklagten, beschädigt. Gegen seine Klage ist u. a. Mitget. v. Justizrat Boyens, Rechtsanwalt b. Reichsgericht, Leipzig.

eingewandt, dass soweit ein Schaden eingetreten sei 98. (Anzeigepflicht bei der Feuerversiche- Kläger schon von der Berufsgenossenschaft entschädigt sei. rung. Unrichtigkeit der Antwort auf die Frage, Da seine etwaigen Rechte somit gesetzlich auf diese überob eine anderweite Versicherung bestehe. Nieder- gegangen seien, habe er selbst keine Ansprüche. Vorschrift durch den Agenten.) Die Gebäude des Kl. instanz stellt durch Zwischenurteil den Grund des Anwaren bei der Bekl. versichert. Als sie abbrannten, klagte spruchs als vorhanden fest, indem sie ausführt, dass die er auf die Versicherungssumme. Bekl. wandte ein, dass Frage, ob und inwieweit Kläger von der Berufsgenossener bei der Versicherungsnahme die Frage, ob eine ander- schaft entschädigt sei, dem späteren Verfahren über die weite Versicherung bestehe, wahrheitswidrig dahin beant- Höhe des Anspruchs zuzuweisen sei. RG. missbilligt das wortet habe, dass die bisherige Versicherung abgelaufen und hebt auf: Der gesetzliche Uebergang der Ansprüche sei, da die Gebäude noch bei der Provinzial-Feuersozietät des Verletzten vollziehe sich durch die Feststellung versichert waren und Kl. erst nach Abschluss des Ver- der Entschädigungspflicht der Berufs-Gen. War diese Festsicherungsvertrages an letztere ein Kündigungsschreiben stellung vor Erhebung der Klage erfolgt, so musste seine abgesandt babe. BerGer. verurteilt. Die Antwort sei Klage, insoweit als er Ersatz von der Berufsgenossenschaft zwar, „rein wörtlich genommen“, nicht korrekt gewesen, erhält oder erhalten bat, abgewiesen werden. Ist jene Festkönne aber nach der Vorstellung des gewöhnlichen Lebens stellung erst während des Prozesses erfolgt, so musste Kläger noch als korrekt gelten, da sie vom Standpunkt der seinen Antrag insoweit auf Verurteilung zur Zahlung an ncuen Versicherung aus besagen solle, dass die Ver- die Berufsgenossenschaft ändern; anderpfalls sei die Klage sicherung bei der Sozietät im Fall des Abschlusses auch in diesem Fall insoweit abzuweisen. (Urt. VI. 597/03 mit der Verklagten bis zuletzt besianden habe, aber neben v. 24 Okt. 1904.) dieser nicht in Geltung bleiben solle. RG. führt aus: 101. (Ist im Konkurse einer Genossenschaft Diese Ansicht entbehre der erforderlichen Begründung. mit beschränkter Haftpflicht der KonkursverDie Fragen seien unzweideutig so gestellt, dass es nicht walter befugt, die Forderung auf Zahlung von nur darauf angekommen sei, ob eine anderweitige Ver- Nachschüssen zu veräussern?) Im Konkurse einer sicherung weiter gelten solle, sondern darauf, ob eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht versuchte der solche noch anderweitig bestehe. Es sei auch nicht Konkursverwalter die berechneten Vorschüsse (8$ 105, richtig, dass ausser der objektiven Unwahrheit noch ein 113 GenGes.) durch Zwangsvollstreckung von den GeBewusstsein von der Unrichtigkeit der Antwort vor- nossen einzuziehen. Dieser Versuch blieb gegenüber liegen müsse. Allerdings könnten ausnahmsweise (vgl. einigen Genossen fruchtlos. Der Verwalter veräusserte Entsch. Bd. 46 S 184 ff.) Umstände vorliegen, die ge- nun im Wege öffentlicher Versteigerung die nicht beieignet seien, den Versicherungsnehmer von seiner Ver- getriebenen Vorschussforderungen. Kläger erstand dieantwortlichkeit für die unrichtige Beantwortung zu be- selben, u. a. die Forderung auf einen Vorschuss von freien. Solche Umstände seien aber nicht festgestellt. 3350 Mark gegen den Verklagten und trieb einen Kl. habe gar nicht eingewandt, dass er die Frage in dem kleinen Teil durch Gehaltspfändung bei. Als Verklagter Sinne, wie es das OLG. annehme, beantwortet habe. Er wegen des Restes die Unwirksamkeit der geschehenen habe die Frage dahin beantworten müssen, dass bis zum Veräusserung einwandte, klagte er diesen Rest gegen 30. Juni 1897 die Gebäude bei der Sozietät noch mit den Verklagten ein, um die Wirksamkeit der letz15 740 M. auch nach der Höhe war aus begreiflichem teren festzustellen. Er behauptete, dass es wegen UnverInteresse gefragt versichert seien, dass er aber be- mögens der Mitgenossen unmöglich sei, diese durch eine absichtige, diese Versicherung zu lösen. Es habe die Verteilung stärker heranzuziehen, dass also die berechBekl, die Antwort nicht im Sinne des OLG. verstehen neten Vorschüsse das einzige mögliche Befriedigungsobjekt können. Auch dass der Agent die Antwort nieder- für die Gläubiger innerhalb des Konkursverfahrens gegeschrieben habe, entschuldige nicht, da es sich nur um wesen seien. Die Vorinstanzen wiesen die Klage ab, weil solche Dinge handle, über welche nur der Kl., nicht der die Veräusserung unwirksam sei. Die Revision des Klägers Agent unterrichtet sein konnte. RG. hebt daher auf und wurde zurückgewiesen: Die Vorschussberechnung sei nur weist die Klage ab, da die Verwirkungsklausel eintrete. eine vorläufige und der Abänderung unterworfen ($ 113 (Urt. VII. 136/04 v. 18. Oktob. 1904.)

GenGes.), erbalte erst durch die Nachschussberechnung 99. (Unlauterer Wettbewerb durch Urteile ($ 114 Gen Ges.) die endgültige Feststellung, die zur Einüber einen Konkurrenten auf Grund des § 826 ziehung von Ergänzungsbeträgen oder zur Rückerstattung BGB. für unzulässig erklärt.) Bekl. hat in Bekannt- von Vorschüssen führen könne ($ 115 Abs. 3 Gen Ges.). machungen in den Tageszeitungen über das Konkurrenz- Dies weise darauf hin, dass die Vorschussbeiträge nur dem geschäft des Klägers u a. geäussert: die deutsche Haus- Konkursverwalter bereit gestellt werden sollen und frau werde bei Kläger nicht wahrhaft gut und solid be- die Forderung auf diese Beiträge nur an die Person des dient, sie kaufe bei ihm besser als bei Kläger; bei diesem letzteren erfüllt werden könne. Würde die Veräusserung könne von einer leistungsfähigen Reparaturwerkstätte nicht - die regelmässig nur zu einem Preise geschehe, der den die Rede sein. Kl. klagt auf Unterlassung der Wieder- Nominalbetrag nicht erreiche — zugelassen, so würde der Geholung und Verbreitung dieser Angaben. Vorinstanz ver- nosse, der von dem Käufer zu einer Zahlung gezwungen werde, urteilt: es lägen allerdings keine tatsächlichen An- die den Preis übersteige, die Zahlung der Differenz dem gaben im Sinne der $$ 1, 6 WettbewGes. vor, sondern Einzelangriff eines Gläubigers gegenüber, weil sie nicht nur Urteile. Aber es verstosse gegen die guten Sitten zur Konkursmasse geleistet und den Gläubigern nicht zu($ 826 BGB.), in dieser Art über die Leistungen eines gute gekommen sei, nicht entgegensetzen können. Konkurrenten zu urteilen, um ihm die Kunden abspenstig würde dadurch zu einer Zahlung gezwungen werden zu machen. RG. weist unter Billigung der Gründe die können, die seine Haftsumme übersteige, was dem § 141 Revision zurück. (Urt. II. 116/04 v. 21. Okt. 1904.) GenGes. widerstreite. Daraus folge die Unzulässigkeit

100. (Muss der gesetzliche Uebergang von einer solchen Veräusserung (Abtretung) bei GenossenSchadensersatzansprüchen an die Berufs- schaften mit beschränkter Haftpflicht. Aus der Abtretbargenossenschaft schon bei Feststellung des keit der Ausfallsorderung des nicht befriedigten Konkurs

Er

zu

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gläubigers (§ 122 GenGes.) folge nicht die Abtretbarkeit der Nachschussforderung, die der Genossenschaft als solcher zustehe. Es ändere an dem Resultat nichts, wenn, wie behauptet, es unmöglich gewesen, die Mitgenossen stärker heranzuziehen. (Urt. I. 191/04 v. 27. Okt. 1904.)

102. (Vertrag gegen die guten Sitten durch Versprechen einer hohen Vertragsstrafe für den Fall eines Streits mit dem Nachbar, $ 138 BGB.) Kl. lebte mit seinem Nachbar (dem Verkl.) in Unfrieden. Er war wiederholt wegen Beleidigung desselben und seiner Familienmitglieder, zuletzt zu einer Gefängnissti afe von drei Monaten, verurteilt. Verkl. liess sich herbei, in betreff dieser Straße ein Gnadengesuch (das übrigens erfolglos war) zu befürworten, wogegen Kl. eine vollstreckbare Urkunde v. 16. Nov. 1897 unterschrieb, laut deren er sich verpflichtete, an Verkl. eine Vertragsstrafe von 20 000 M.

zahlen: „falls ich mit L. (dem Nachbar) oder einem seiner Familienmitglieder irgendwelchen Streit beginne; ich verpflichte mich also, dauernd mit L. und Familie Frieden zu halten und mit ihnen in gutem Einvernehmen zu leben“. Fünf Jahre später (1902) geriet Kl, mit dem Sohn des Verkl, in Streit und rief ihm einige Schimpfworte zu. Auf Klage des Sohnes wurde Kl. deshalb mit zwei Wochen Gefängnis bestraft. Ausserdem forderte nun aus diesem Anlass Verkl, die 20 000 M, Kl. beantragte, die Vollstreckung aus der Urkunde für unzulässig zu erklären, weil das Versprechen als gegen die guten Sitten verstossend ungültig sei. Die Vorinstanzen erkannten gegen den Kl. RG hebt auf und entspricht der Klage: Mit Unrecht nehme die Vorinstanz an, dass das Versprechen einer solchen Strafe nur dann unsittlich sei, wenn der Kl. (der ein Vermögen von über 100 000 M. haben soll) durch deren Bezahlung ruiniert würde. Da für den Fall des geringsten Streites ohne jeden finanziellen Nachteil für den Verklagten eine abnorm hohe Summe versprochen sei, der Inhalt des Versprechens nicht einmal auf strafbare Handlungen beschränkt sei, der Kläger in unzulässiger Weise durch das Versprechen in seiner Bewegungsfreiheit beschränkt sei, so verstosse dasselbe gegen die guten Sitten, sowohl nach gemeinem Recht wie nach dem hier rückwirkend anwendbaren § 138 BGB., zum

eine Ermässigung durch den Richter gemäss § 343 BGB. hier ausgeschlossen sei, da die Urkunde vor dem 1. Januar 1900 ausgestellt sei. (Urt. III. 165/04 v. 8. Nov. 1904.)

2. Strafsachen. Mitgeteilt von Reichsgerichtsrat Unger, Leipzig. 74. (Verhältnis von Diebstahl und Hehlerei.) Das Urt. sagt zwar nach Feststellung des Einbruchdiebstahls, der Täter sei nicht ermittelt. Es spricht aber weiterhin aus, dass der Angekl., wenn er nicht selbst der Dieb gewesen ist, jedenfalls beim Erwerb der Uhren gewusst hat oder doch annehmen musste, zur Zeit des Erwerbs der Uhren, dass sie nicht auf rechtmässigem Wege erworben waren. Die unmittelbar darauf folgende „ hiernach“ getroffene Feststellung, dass der Angekl. seines Vorteils wegen Sachen, von denen er den Umständen, nach annehmen musste, dass sie mittels einer strafbaren Handlung erlangt sind, angekauft hat, ist mithin nur für den Fall getroffen, dass der Angekl. nicht selbst der Dieb gewesen ist. Eine derartige Feststellung begründet nicht die Verurt. aus § 259 StrGB. Denn der Dieb kann an der von ihm gestohlenen Sache keine Hehlerei begehen. Hat also der Angekł die Uhren gestohlen, so ist er zu Unrecht wegen Hehlerei bestraft. (Urt. II. 2853/04 v. 4. Okt. 1904.)

75. (§ 240 Z. 3 KO. Vollkaufmann.) Für die Annahme, dass der Geschäftsbetrieb des Angekl, über den Umfang eines Kleingewerbes im Sinne des § 4 des HGB. hinausgegangen sei, ist in dem angefochtenen Urt. nur auf die Höhe des Umsatzes und darauf, dass er seine Waren gleichzeitig von 20—25 Firmen bezogen habe, hingewiesen. Für sich allein aber konnte weder der Geschäftsumsatz noch die Anzahl der Firmen, von denen Waren bezogen wurden, und ebensowenig der im Urteil erwähnte Umstand, dass Angekl. in das Handelsregister eingetragen

war, ausschlaggebend dafür sein, dass ihm die Eigenschaft eines Vollkaufmanns beizumessen sei. In dieser Beziehung war weiter unter Berücksichtigung des im Geschäftsbetriebe verwendeten Kapitals, des Geschäftsertrages, der dem Betriebe gewidmeten Räumlichkeiten und des in ihm be. schäftigten Personals in Erwägung zu ziehen, ob das Geschäft einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Betrieb erfordert. Ueber die Art des Geschäftsbetriebs aber ist in dem Urt. nach den angegebenen Richtungen nichts festgestellt. Die Angabe, Angekl. habe sein Geschäft in einem „wie üblich“ eingerichteten Laden betrieben, ist so allgemein und unbestimmt, dass in keiner Weise daraus zu entnehmen ist, welche Feststellungen damit das Gericht hinsichtlich der Art des Geschäftsbetriebs hat treffen wollen. Die Rüge der Rev., dass die Eigenschaft des Angekl. als eines Vollkaufmanns nicht dargetan sei, ist hiernach begründet. (Urt. IV. 1508/04 v. 7. Okt. 1904.)

76. (Privathandel mit Staatslotterielosen. „Feilbieten“.) Die Verurt. der Angekl. wegen Vergehens gegen das preuss. Ges. v. 18. Aug. 1891 beruht auf der Feststellung, dass sie sich in den fragl. Annoncen auch zur Entgegennahme von Bestellungen auf Lose der preuss. Staatslotterie erboten haben. Dies kann nicht wohl anders als dahin verstanden werden, dass sie die bestellten Lose ihrerseits gegen Bezahlung zu liefern versprachen. Für die Unterstellung der Revision, dass sie sich nur zur Uebermittelung der Bestellungen an die amtlichen Stellen erboten hätten, bleibt hiernach kein Raum, zumal ein gewerbsmässiges Handeln der Angekl. als erwiesen angenommen ist. In dem Erbieten zur Entgegennahme von Bestellungen auf Lose der preuss. Staatslotterie konnte deshalb ein Feilbieten solcher Lose ohne Rechtsirrtum gefunden werden. Dass der Anbietende sich bereits im Besitze der zu verkaufenden Sache befinden müsse, setzt der Begriff des Feilbietens nicht notwendig voraus. Dass das Feilbieten i. S. des Ges. v. 18. Aug. 1891 auch das Aufsuchen von Bestellungen in sich begreift, kann nach der Tendenz dieses Gesetzes, dem verderblichen Zwischenhandel mit Staatslotterielosen auch ausserhalb des Gewerbebetriebs im Umherziehen vorzubeugen, nicht zweifelhaft sein. (Urt. II. 2047/04 v. 11. Okt. 1904.)

II. Kammergericht.

Strafsachen.
Mitgeteilt vom Senatspräsidenten Lindenberg, Berlin.

52. (Zeitpunkt der Beendigung eines Leichenbegängnisses im Sinne des Vereinsgesetzes.) Beizutreten ist der Strafk. darin, dass das Spielen der vom Angekl. geleiteten Musikkapelle auf dem Rückwege von der Beerdigung nicht als eine Musikaufführung im Sinne der Ortspolizeiverordn aufgefasst werden kann. Dagegen bat sich der Senat im übrigen den Ausführungen des Berufungsgerichts nicht angeschlossen. Ein Leichenbegängnis findet seinen Abschluss mit der Auflösung des Trauergefolges, die regelmässig auf dem Kirchhofe unmittelbar nach der Bestattung zu geschehen pflegt. Der Rückmarsch eines Teiles des Leichengefolges, wie im vorliegenden Falle des Feuerwehrvereines, bildet daher nicht einen Teil oder den Abschluss des Leichenbegängnisses und wird somit durch § 10 Satz 2 Vereinsges. nicht gedeckt. Es muss daher geprüft werden, ob nicht ein der Genehmigung unterliegender, aber nicht genehmigter öffentlicher Aufzug im Sinne des § 10 Satz 1 vorliegt und demgemäss die Strafvorschriften des § 17 Vereinsges. anzuwenden sind. (Urt. S. 674/04 v. 27. Juni 1904.)

53. (Wann ist anzunehmen, dass eine Geldstrafe unbeitreibbar sei?) Der wegen Betrugs neben Freiheitsstrafe auch zu Geldstrafe verurteilte Angekl. erhebt gegen die Zulässigkeit der Vollstreckung der substituierten Freiheitsstrafe den Einwand ($ 490 StrPO.), dass die Staatsanwaltschaft zuerst versuchen müsse, eine ihm zustehende Hypothekenforderung zu realisieren. Von der Strafkammer abgewiesen, hat er Beschwerde eingelegt, die zurückgewiesen worden ist. Aus den Gründen: Wie weit die Strafvollstreckungsbehörde geht, um die in erster

wenn

Es geo

Linie auferlegte Geldstrafe von einem Angekl. beizutreiben, 107. (Merkpfahlsetzungsverfahren.) Die Frage, steht in ihrem-pflichtmässigen Ermessen. Es kann nicht ob das Vorflutgesctz v. 15. Nov. 1811 und § 67 des Zudie Meinung des Gesetzes sein, dass unter Aufwendung ständigkeitsges. die Einleitung des Merkpfahlsetzungsvon Arbeit und Kosten und unter zweckloser Belästigung verfahrens auf einen im öffentlichen Interesse gestellten des Angekl. selbst jede nur denkbare, von vornherein aus- Antrag, abgesehen von dem Falle der Setzung eines Merksichtslos erscheinende Möglichkeit erschöpft wird, die Geld- pfahls zur Erhaltung der Schiff barkeit eines Gewässers strafe zu erlangen. Auf diesen Standpunkt steht ersicht- unter den im § 3 Satz 2 des Gesetzes bestimmten Vorlich auch die Kassenordnung v. 31. März 1900 ($ 43 aussetzungen, überhaupt zulasse, ist zu verneinen, da die Nrn. 9 u. 10 JMBI. S. 135), wonach in der Regel die Fassung der Bestimmungen der S$ 1–9 des Vorflutges. Zahlungsunfähigkeit des Schuldners als erwiesen anzu- die Annahme ausschliesst, dass der Gesetzgeber ein Vernehmen ist, wenn die Zwangsvollstreckung in bewegliche fahren von Amts wegen habe zulassen wollen. (Urt. III. körperliche Sachen fruchtlos gewesen ist. Daraus folgt: 1071 v. 6. Juni 1904.)

die der Vollstreckungsbehörde geeignet erschei- 108. (Deich ähnliche Erhöhung der Erdobernenden Mittel ohne Ergebnis angewandt sind, dann giltfläche.) Eine solche kann auch ein Drahtzaun sein. die Geldstrafe als nicht beizutreiben im Sinne des § 28 Unter die Gebäude, welche nicht zu diesen Erhöhungen StrGB., und die Ersatzfreiheitsstrafe ist vollstreckbar. Die im Sinne des § 1 des Deichges. v. 28. Jan. 1848 zu Vollstreckung kann dann von dem Verurteilten nur ab- rechnen sind, fallen Einfriedigungen und Umzäunungen gewendet werden, wenn er die Geldstrafe zahlt.

nicht, weder wenn sie massiv, noch dann, wenn sie aus nügt jedenfalls nicht, wenn er auf ein ihm angeblich zu- Latten, Drähten, Gitterwerk oder dgl. hergestellt sind, zustehendes Vermögensstück aufmerksam macht, welches zur mal wenn ihre Lage zur Stromrichtung eine derartige ist, Verwertung geeignet sei. Ob ein solcher Hinweis die dass im Wasser treibende Gegenstände sich an ihnen festVollstreckungsbehörde veranlassen kann oder muss, noch- zusetzen und eine dichte Wand zu bilden vermögen. mals die Beitreibung zu versuchen, und ob der Angekl. (Urt. III. 1078 v. 6. Juni 1904.) etwa daraufhin einen Antrag gemäss § 488 StrPO. mit 109. (Räumung. Observanz.) Den Gegenstand Erfolg stellen könnte, ist hier nicht zu entscheiden. Die einer observanzmässigen Verpflichtung vermag auch die mehr oder weniger fernliegende Möglichkeit, dass ein Gewährung der Beköstigung für die Räumungsmannschaften nachträglicher Beitreibungsversuch gelinge, muss für das zu bilden. Diese kann keiner anderen rechtlichen BeGericht bei einer Entscheidung aus SS 490, 494 StrPO. urteilung unterliegen wie die Räumungsverpflichtung selbst. ohne Bedeutung sein. (Besch). W.766/04 v. 19. Sept. 1904.) Die Zuständigkeit des Verwaltungsrichters zur Entscheidung 54. (Strafvollstreckungshandlungen.

von Streitigkeiten über sie ist daher in Gemässheit des wenn sie vom Richter ausgehen, unterbrechen § 66 Abs. 3 u. 4 des Zuständigkeitsges. anzuerkennen. nicht die Verjährung der Strafverfolgung.) Das Die mit einem Mühlengrundstück observanzmässig verUrteil II. Instanz ist in Abwesenheit des Angekl. ver- bundene Räumungsverpflichtung besteht so lange fort, als kündet worden, die Frist zur Einlegung der Revision be- die Stauanlage nicht beseitigt ist, und zwar ohne Rückgann daher erst mit Zustellung des Urteils. Diese ist sicht darauf, ob etwa die für die Herstellung der Anlage erst nach dem Ablaufe der Verjährung (3 Monat) verfügt. erteilte Genehmigung (§ 16 Gewerbeordnung) zufolge der Die inzwischen irrtümlich erfolgte Strafvollstreckung ist Vorschrift des § 49 Abs. 3 das. durch die Einstellung des keine Handlung des Richters, welche wegen - das heisst Gewerbebetriebes während des dort angegebenen Zeitraums behufs Verfolgung der begangenen Tat gegen den inzwischen erloschen ist. Ob eine solche Beseitigung der Täter gerichtet ist; sie fällt unter § 72, nicht unter § 68 Stauanlage im einzelnen Falle, sofern der frühere Zustand StrGB. Der Richter wird hierbei nicht als solcher, nicht mehr unverändert besteht, anzunehmen ist oder nicht, sondern nur als Organ der Strafvollstreckungsbehörde ist im wesentlichen eine Tatfrage, die nur unter Berücktätig. (Urt. S. 948/04 v. 26. Sept. 1904.)

sichtigung der gesamten in Betracht kommenden Verhält

nisse beurteilt werden kann. (Urt. III. 1104 v. 9. Juni 1904.) III. Preussisches Oberverwaltungsgericht.

B. V.–VII. Senat (Staatssteuersachen).
A. 1.-IV. u. VIII. Senat.

Mitgeteilt vom Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Fuisting,

Senatspräsidenten des Oberverwaltungsgerichts, Berlin. Mitget. v. Senatspräsidenten des OVG. Dr. Schultzenstein, Berlin.

(Einkommensteuersachen.) 106. (Private Versicherungsunternehmung.) 110. (Subjektive Steuerpflicht der GewerkDie Genehmigung eines Schweineversicherungsvereins nach schaften.) Obwohl der Betrieb ruht, ist die Gewerks $$ 4 ff. des Gesetzes über die privaten Versicherungs- schaft doch Eigentümerin des Bergwerkes geblieben und unternehmungen v. 12. Mai 1901 darf nicht von der Ein- besteht gemäss § 94 des Allg. Bergges. v. 24. Juni 1865 führung des Impfzwanges abhängig gemacht werden. Einen als Gewerkschaft fort. Ihre gewerkschaftliche VerZwang zur Impfung von Tieren gegen ansteckende Krank- fassung hat keine Aenderung erfahren. Sie bleibt deshalb heiten gibt es nach der bestehenden Gesetzgebung nur in nach § 1 Nr. 4 Eink.-Steuerges. subjektiv steuerpflichtig ganz bestimmten, vom Gesetz ausdrücklich bezeichneten und muss, solange sie als Gewerkschaft besteht, veranlagt Fällen (Ges., betr. die Abwehr und Unterdrückung von werden, und zwar nach den Ergebnissen der letzten drei Viehseuchen v. 1. Mai 1894 § 23). Abgesehen von diesen, Jahre unter Berechnung ihres Einkommens nach § 16 a. a. O., hier nicht in Betracht kommenden Fällen, steht es jedem da auch das Bergwerk als Quelle unverändert geblieben Tierbesitzer frei, ob er eine Impfung seines Viebbestandes ist. Erst wenn sie sich ihres Bergwerkes entäussert ausführen lassen will oder nicht. Solange es

an einer

oder auf sonstige Weise die gewerkschaftliche Verfassung gesetzlichen Grundlage dafür fehlt, kann deshalb der Impf- verliert, hört ihre Steuerpflicht als Gewerkschaft auf. zwang auch nicht zur Bedingung für die Genehmigung von (Urt. VIA. 2 v. 3. März 1904.) Schweineversicherungsvereinen gemacht werden. Die Bil- 111. (Der im Gewerbebetriebe einer Geselldung solcher Vereine steht vielmehr auch solchen Personen schaft m. b. H. sich ergebende Gewinn und Verfrei, welche Gegner des Impfzwanges sind und aus irgend lust) ist nur für die Gesellschaft als ein selbständiges welchen Gründen ihre Tiere der Impfung nicht unter- Rechtssubjekt, nicht aber für den einzelnen Gesellschafter, werfen wollen. Bei Beurteilung der Frage, ob die Inter- gewerblicher Gewinn und Verlust. Für die einzelnen essen der Versicherten hinreichend gewahrt sind (§ 7 Nr. 2 Gesellschafter dagegen bilden die satzungsmässigen Anteile des Ges.), muss in solchen Fällen selbstverständlich der am Reingewinn der Gesellschaft Erträge des KapitalUmstand, dass der Verein den Impfzwang ausschliesst, mit vermögens, und etwaige Entschädigungen für die Tätigin Berücksichtigung gezogen werden. Er darf aber nicht keit als Geschäftsführer Erträge aus gewinnbringender dazu führen, ohne Rücksicht darauf, ob der Verein nicht Beschäftigung. Gewerbliche Verluste der Gesellschaft auch, abgeseben von dem Impfzwang, ausreichende Sicher- haben gegenüber den einzelnen Gesellschaftern in heit zu gewähren vermag, die Genehmigung ohne weiteres steuerlichem Sinne stets nur die Bedeutung nicht abzugszu versagen. (Urt. III. 941 v. 16. Mai 1904.)

fähiger Kapitalverluste. (Urt. XIII b. 101 v. 14. April 1904.) 112. (Steuerermässigung.) Die einzige Voraus- keinen Gebrauch machen. Das Rechtsverhältnis zu den setzung für die Anwendung des § 19 Eink.-Steuerges. ist Benutzern der Anstaltseinrichtungen ist nicht das des privatdie wesentliche Beeinträchtigung der steuerlichen Leistungs- rechtlichen Vertrages. Die regelmässige Gegenleistung für fähigkeit durch besondere wirtschaftliche Verhältnisse der die Benutzung besteht in einer öffentlich-rechtlichen Gebühr. dort näher bezeichneten Arten. Die Beeinträchtigung der (Urt. II. 228 u. 168 v. 29. Dez. 1902 u. 5. Nov. 1903.) Leistungsfähigkeit braucht aber keineswegs einen solchen Grad zu erreichen, dass das vorhandene Stammvermögen

VI. Oberlandesgericht Braunschweig. angegriffen werden muss. Das ist eine künstlich in das

Strafsachen. Gesetz bineingetragene, seinem Sinne durchaus nicht ent- Mitgeteilt von Stadtrat v. Frankenberg, Braunschweig. sprechende Einschränkung. (Urt. XII a. 198 v. 28. April 1904.)

5. (Züchtigungsrecht eines Fabrikwerk

meisters gegen Lehrlinge.) Angekl. war von dem IV. Bundesamt für das Heimatwesen.

Prokuristen einer Akt.-Ges. mit der Ueberwachung der Mitgeteilt von Oberverwaltungsgerichtsrat Genzmer, Mitglied Abteilung und der Anleitung der Lehrlinge betraut. des Bundesamts f. 1. H., Berlin.

Das genügt, um sein Züchtigungsrecht anzunehmen. Aller4. (Die Ueberführung scharlach kranker Kin- dings könnte, auch wenn man den Prokuristen mit dem der aus dem Elternhaus in eine Krankenanstalt) Urt. des OTr., Goltd. Bd. 23 $. 568 als Lehrherrn" ist nicht als polizeiliche Massregel, sondern als Akt der i. S. des § 127a RGewO., Fassung v. 26. Juli 1900, beArmenpflege anzusehen, wenn sie nicht nur zur Verhütung trachtet, der Wortlaut des Abs. 1 den Zweifel wachrufen, weiterer Verbreitung der ansteckenden Krankheit erfolgt ob eine Uebertragung des dem Lehrherrn zustehenden ist, sondern zugleich zur Befriedigung des notwendigen Züchtigungsrechts auch nur der Ausübung nach möglich Bedürfnisses einer Krankenpflege, die den Kindern in der ist. Denn während der Lehrling nach dem angeführten räumlich sebr beschränkten elterlichen Wohnung nicht zu- Paragraphen „dem Lehrherrn sowie demjenigen, teil werden konnte, und wenn die Eltern ausser stande welcher an Stelle des Lehrherrn die Ausbildung waren, die Kosten der Krankenhauspflege zu tragen. (Urt. zu leiten hat, zur Folgsamkeit und Treue, zu Fleiss und H. 1346 v. 26. Sept. 1903.)

anständigem Betragen verpflichter“ ist, ist er doch nur , der 5. (Die Wahrung der Berufungsfrist) kann väterlichen Zucht des Lehrherrn unterworfen“. Diese wohl durch telegraphische, aber nicht durch telephonische Bedenken werden verstärkt, wenn man mit dem LG, eine Anmeldung der Berufung erfolgen, denn diese ist nur eine doppelte Uebertragung des Züchtigungsrechtes, vom Vormindliche Erklärung der den Fernsprecher benutzenden stande auf den Prokuristen und von letzterem auf Angekl. Person, aber keine schriftliche, wie sie das an die Tele- annimmt (RG. in Strfs. Bd. 33 S. 33). Allein die Entgraphenanstalt behufs Beförderung abgegebene, schriftlich scheidung selbst hängt hiervon nicht ab. Es ist zu beaufgezeichnete und von dem Aufgeber unter Benutzung achten, dass bei einem gewerblichen Betriebe von solcher des Telegraphen als seines Werkzeuges weiterbeförderte Grösse und Gliederung eine Ausübung des ZüchtigungsTelegramm darstellt. (Urt. H 1592 v. 14. Nov. 1903.) rechts durch die oberste Spitze praktisch ausgeschlossen

6. (Eine Verpflichtung des Dienstortes zur erscheint. Der Vorstand der Akt.-Ges. oder der Prokurist Erstattung von Krankenpflege kosten), die für einen waren gar nicht in der Lage, sich um die einzelnen Lehrin seinem Bezirk beschäftigten Arbeiter infolge von dessen linge zu kümmern. An eine erziehliche Wirkung war nur Erkrankung an einem anderen Ort von dem dortigen zu denken, wenn die Betätigung des Erziehungsrechts Armenverbande aufgewendet worden sind, wird durch demjenigen anvertraut wurde, der in der Organisation des § 29 Unterst.-Wohnsitz-Ges. nur dann begründet, wenn Betriebes dem Lehrling am nächsten stand. Mit Rücksicht der Armenverband des Dienstortes sich einer Abschiebung hierauf ist davon auszugehen, dass dem Privatkläger als der ihm obliegenden Fürsorgepflicht schuldig gemacht hat. Vater diese Verhältnisse bei Abschluss des Lehrvertrages (Urt. H. 28 v. 5. Dez. 1903.)

bekannt waren, und dass er, da ein gegenteiliger Wille

von ihm nicht geäussert ist, mit der Ausübung des V. Sächsisches Oberverwaltungsgericht. Züchtigungsrechtes durch den Angekl. als unmittelbaren II. Senat.

Vorgesetzten seines Sohnes einverstanden gewesen ist.

(Urt. No. 114 y. 20. Jan. 1903.) Mitgeteilt vom Senatspräsidenten des OVG. Dr. Wacbler, Dresden. 22. (Beitragspflichtig zu der Schankgewerbe

VII. Landgericht Hamburg, steuer sind auch Gasthofsbesitzer, auf deren Mitgeteilt von Oberlandesgerichtsrat Dr. Mittelstein, Hamburg. Grundstücken Gasthofsgerechtigkeit ruht.) Ein 1. (Haftung der Post bei Postnachnahme.) solches Realrecht bewirkt nach der modernen Gesetz- Kl. hatte ein Nachnahmepaket aufgegeben. Der Postbote gebung nur noch erleichterte Zulassung zur Ausübung des zog den Betrag ein, liess sich bald darauf aber bereden, Gewerbebetriebes, äussert aber keinen Einfluss auf dessen den Betrag an den Empfänger zurückzugeben gegen RückBesteuerung. (Urt. II. 203 v. 26. Okt. 1903).

gabe des Pakets, welches Kl. zurückerhielt mit der Mit23. (Dem pflichtmässigen Ermessen der in teilung: die Annahme sei verweigert. Kl. klagte gegen Einkommensteuersachen tätigen Veranlagungs- den Empfänger auf Bezahlung. Im Prozess stellte sich der behörden bei Auswahl der

ihnen Vorgang heraus, worauf Kl. abgewiesen wurde, weil Zahbefragenden Sachverständigen ist insofern eine lung an seinen Beauftragten erfolgt sei. Jetzt klagte er Rechtsschranke gezogen), als ein „Sachverstän- gegen die Post auf Auskebrung des Nachnahmebetrages diger“ gehört werden muss. Die Wahl darf also nicht nebst Verzugszinsen und Erstattung der Kosten des Vorauf eine Person fallen, der wegen ihres Berufskreises oder prozesses. Ersterem Antrag entsprach das LG., weil die wegen der Besonderheit der in Frage kommenden Ver- Post für einen eingezogenen Nachnahmebetrag, der per hältnisse ausreichende Sachkunde von vornherein abge- Postanweisung einzusenden sei, schlechthin hafte (Mittelsprochen werden muss. (Urt. II. 195 u. 144 v. 22. Okt. stein, Postrecht S. 127). Der zweite Antrag wurde abu. 2. Nov. 1903).

gewiesen, weil die Post auf Grund des PostG. und der 24. (Die von den politischen Gemeinden er- Posto. nur für den Nachnahmebetrag hafte, und eine richteten Wasserwerke gehören der Regel nach Haftung der Post wegen ausservertraglichen Verschuldens zu den öffentlichen Anstalten in dem von der ihrer Beamten entgegen RG. 19 S. 107 mit Mittelstein S. 38 neueren Rechtswissenschaft hiermit verbun- (und OLG. Stuttgart i. DJZ. 1903 S. 131) nicht bestehe, denen Sinne.) Ihr Betrieb ist infolgedessen nicht da das PostG. die Haftung der Post erschöpfe. Ki, hatte Gewerbebetrieb. Beiträge zur Deckung ihres Aufwandes Berufung eingelegt, hat sie aber zurückgezogen. (LG. können auch denjenigen abgefordert werden, welche von Hamburg, ZK. 8, VIII. Z. 809/03, Urt. v. 22. Dez. 1903.) der Füglichkeit zur Benutzung der Anstaltseinrichtungen Vgl. jetzt auch RG. Entsch. 57 S. 151. Fa die Redaktion verantwortlich: Otto Liebmana. Verlag von Otto Liebmann. Druck von Pass & Garleb.

Sämtlich in Berlin,

von

zu

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