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einer unterirdischen Wärme aufgetriebener Dampf genannt werden. Es ist zur Aufblasung der Lungenblåsgen und den darauf folgenden Eintritt der subtilen Materie aus der Luft in das Blut nothwendig, daß der Nervensaft ungehindert ein, dringen kan: folglich ist es höchst wahrscheinlich, daß die gedachten vitriolartigen Theilgen eine zurückstoffende Kraft in die elastische Materie dieses Safts äussern, wodurch die Fafergen, in die er gehen sollte, gänzlich erschlaffen, und ihre Kraft verliehren. Es darf auch nicht seltsam scheinen, daß die Lebensgeister, vermittelst einer schweren Flüssigkeit, so jähling gehemmet werden sollen; indem ihre Bewegung durch flüchtige an die Nase gehaltene Salze augenblicklich wieder hergestellet wird; welche aber allezeit alkalinisch, d. i. von eiz ner den vitriolartigen oder sauren Geistern entge gengesetzten Natur find. So find auch die Lun genblåsgen der in der Grotte getödteten Frösche eingesunken, und von Luft ganz leer, wodurch dies fer Schlus bestätigt wird. Verlangt man einen weitern Beweis, so kan man Antimonium, Wismuth, oder.ein anderes dergleichen Mineral in zarten Pulver zerstoffen, und mit aqua fortis, oder Salpetergeist anfeuchten; und es wird eine grosse Hiße mit einem schwarzen dicken Rauche entstehen, worinnen ebenfalls Kerzen verlöschen, und Thiere, wiewohl langsam, ersticken. Die tödtlichen Wirkungen der unterirdischen Dämpfe in Minen, Brunnen und dergleichen verschlosse. nen Plägen, wie auch die Dünste von eingesperr

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Stück.

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3u. Da

ten Holzkohlen können eben auf diese Weise er-
flåret werden; indem solche insgemein faure Aus-
dünstungen aus mineralischen Substanzen find.
Herr Mead mischt sodann eine Betrachtung
über die dampfartige Veränderung der gemeinen
Luft ein, welche aus zu starker Hike, und einer
damit verbundenen, gar zu grossen Menge wässe
riger und anderer grober Theilgen entstehen, und
die Ursache durchgängiger Krankheiten, insonder-
heit derjenigen, welche wegen ihrer schlimmen
Symptomen bösartige heiffen, seyn kan.
bezt fållet er sein Urtheil von dem Wasser.
dieses das Vehiculum unfrer ganzen Nahrung ist,
so mus es, wenn es andere Eigenschaften als die
jenigen, welche es hierzu geschickt machen, hat,
auch andrer Eindrücke bey seinem Durchgange in
den Körper machen. Weil ein Theil von Paris
aus Arcueil mit Wasser versorgt wird, dieses aber
von Steintheilgen so voll ist, daß die Röhren,
wodurch es läuft, davon überzogen werden, so
find die Einwohner hier mehr als an andern Or.
ten dem Blasensteine ausgeseßt. Auf gleiche
Weise werden die groben Theilgen, womit das
Wasser gesättigt ist, als metallische, salzige u. f. f.
nachdem ihre Schwere und die Weite der Ka-
nåle, nebst andern dergleichen Umständen, be-
schaffen ist, in dem thierischen Körper nach den
Gefeßen der Bewegung hier und da bey dem
Kreislaufe abgefeßet. So erweitern die mine.
ralischen Körper, und nitrösen Salze des Schmer-
wassers auf den Alpen die Halsdrüfen. Deswe-

gen

gen wählten die Alten das Trinkwasser durchs Gewichte, und gaben den leichtesten den Vorzug. In den giftigen Quellen sind die åßenden Körpergen mit dem Wasser vermischt, und dringen vers mittelst desselben desto tiefer in den thierischen Körper. Daher hat man arsenikalische u.d Brunnen. Einige Veränderungen in dem Wasser sind zwar nicht eigentlich giftartig, haben aber doch schädliche Wirkungen; hieher gehöret der Misbrauch, daß man stillestehende unreine Brunnenwasser zum Bierbrauen und zur Bereitung anderer Getränke nimmt. Der Scharbock ist zu allen Zeiten und an allen Orten von dem Gebrauche solcher Wasser hergeleitet worden, und ein neuer Schriftsteller, der die thonichten Erdschichten um London, Paris und Am sterdam mit einander vergleicht, zeiget, daß diese Krankheit, da, wo das Wasser das schlimmste ist, am meisten ausbreche, indem das durch einen thonichten Boden laufende Wasser an groben Theilgen und metallischen Salzen einen Ueberflus hat, die nach D. Listers Anmerkung in dem menschlichen Kör per nicht überwältigt werden könnnen, oder unverdaulich sind, und folglich darinnen aller hand Schaden anrichten müssen. Schon Plinius hat die Verwerflichkeit derjenigen Wasser, welche beym Kochen die Wände der Gefässe übertünchen, berühret: aber eben dieses thun unsere Brunnenwaffer, wie die Thee

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aStück.

Theekessel beweisen.

Hippokrates hat nicht nur die Krankheiten, sondern auch das Temperament verschiedener Völker aus dem Unter. schiede ihrer Luft und ihrer Waffer groffen Theils erkläret. Die zwey lehten Kupfertafeln dieses Buchs erläutern die Nachrichten von der Scolopendra, dem Scorpion,

der Tarantul und dem

Lichen.

HI. Pious

III.

2Stick,

Pious Memorials; Or, the Power of Religion upon the Mind in Sicknefs and at Death &c. By the late Mr. Richard Burn ham. London 1754. 8vo.

iefe frommen lachrichten enthalten nichts als Beyspiele sowohl von Personen geistlichen Standes, als auch anderer vom erha benen Range, über deren Gemüther die Reli gion in Krankheiten und im Tode ihre Macht gezeiget hat. Herr Hervey, der unfern Lesern wegen seiner Betrachtungen auf eine sehr vortheil. hafte Art bekant seyn wird, hat in der Vorrede allen Lefern dieses Buch empfohlen. Wir wollen das vornehmste aus derselben anführen, ehe wir zn dem Buche selbst kommen. Die Vortreflich, feit der christlichen Religion für allen andern Re ligionen ist oft mit aller Stärke der Vernunft be wiesen, und mit allem Schmucke der Beredsam keit vorgetragen worden. Diese, Tachrichten aber enthalten einen neuen Beweis von dieser höchstwichtigen Wahrheit; einen Beweis nach eines iedweden Fähigkeit, und der von derjenigen Scene unfers Lebens hergenommen ist, in der ein jeder auftreten mus. Wenn nichts stärker auf das Gemüthe der Menschen wirket, als Beyspie le, was werden nicht gesammelte Nachrichten von solchen Personen ausrichten, die, nach einem Les

› ben

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