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Φίλωνος τῇ Ιεδαίς τὰ εὑρισκόμενα ἅπαντα. Philonis Iudaei opera, quae reperiri potuerunt, omnia. Textum cun manufcriptiscontulit, quain pluriina etiam e cod. Va ticano, Mediceo, & Bodleiano, Scriptoribus item vetuftis, nec non catenis graecis ineditis, adiecit, "interpretationemque emendauit, vniuerfa notis & obferuatio nibus illuftrauit Thomas Mangey, S. T. P. Canonicus Dunelinenfis. London 1742. 2 Tomi. fol.

ür Liebhaber der allegorischen Urt, die Schrift

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auszulegen, mus der Philo ein wichtiger Schriftsteller seyn. Forscher der jüdischen und christlichen Alterthümer müssen ihn ebenfalls wohl nußen können. In Ansehung der Sprache ist er auch nicht zu verachten. Alle Juden, die Grie chisch geschrieben haben, müssen ihm, in Betrach tung der Reinigkeit, der Pracht, und der Erha benheit des Ausdrucks, den Vorzug laffen. Seine Schreibart verråth nicht allein nichts fremdes, sie giebt nicht nur einen Verfasser zu kennen, des sen Muttersprache die Griechische war; sondern fie zeigt auch Kennern häufige Spuren und Be. weise eines genauern Umganges von Seiten ihres 23

Uvbe.

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Urhebers mit den besten Mustern der alten griechischen Beredsamkeit. - Wie manches seltenes Wort, wie manchen unabgenußten und hochfliegenden Ausdruck findet ein Sprachforscher nicht beym Philo. Er allein hat solchen Gelehrten gemug zu schaffen gemacht, die sich, ungewöhnliche griechische Worte zu sammeln, und die Wörterbücher damit zu bereichern, haben angelegen seyn lassen. Ein Verehrer vom Plato nimmt mit Vergnügen am Philo einen glücklichen Nachahmer dieses heidnischen Gottesgelehrten wahr. Wer an Betrachtung der Schicksale der alten Weltweisen seine Luft hat, der wird bey diesem Juden nicht wenig finden, das zu seinem Zwecke dient.

Mehr als eine Betrachtung also machte eine neue Ausgabe dieses Schriftstellers sehr nöthig, der seit langer Zeit vernachlässiget worden war, Man ist dem Herrn Mangey Dank schuldig, daß er sich dieser in der That nicht leichten Bürde hat unterziehen, und mit einer brauchbaren Ausgabe wenigstens das nächste Jahrhundert versorgen wol len. Das aufserliche davon verläugnet sein Vaterland, das Prachtliebende England', nicht. Druck und Papier fallen so wohl ins Auge, daß fie uns bey nahe allein zum Lesen reißen möchten. Nur ist es Schade, daß einer so schönen als kostbaren Ausgabe zween nicht geringe Fehler ankleben. Sie ist, wir möchten wohl sagen, voller Druckfehler. Wenigstens können wir, ohne der Wahrheit zu nahe zu treten, versichern, daß sie für eine englis sche Ausgabe zu fehlerhaft fey. Von einem Bul

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che von der Art erwartet man, daß Seher und Ausbesserer ihre Pflicht besser werden in Acht genommen haben, als hier geschehen ist. Der Mangel eines guten Registers ist auch ein Vorwurf, den man einem solchen Buche, welches viele an dre gute Eigenschaften aus dem gemeinen Haufen hervor ziehn, billig nicht solte machen dürfen. Für die Druckfehler kan der Herausgeber nicht; wiewohl es doch wohl zu wünschen wåre, daß ein jeder Verfasser die Sorge für die Ausbesserung der Druck fehler, zumal bey dergleichen Werken, selbst über sich nåhme. Aber wenn er noch dazu die Mühe scheut, ein brauchbares Register zu machen, oder die Besorgnis einer so unentbehrlichen Arbeit, wie gemeiniglich geschieht, einem Unkundigen, und der Willkühr des Verlegers überlässt: so kan man ihm von einer Nachlässigkeit nicht gänzlich frey sprechen. So gering auch in mancher Autoren Augen Druckfehler und Register sind: so sind sie doch nach ihrer verschiedenen Beschaffenheit im Stande, nicht nur den Ruhm des Autors, sondern auch die Brauchbarkeit und den Werth eines Werkes zu erhöhen oder herunter zu sehen, und den Vertrieb desselben zu befördern, oder zu verhindern.

Philo ist schon zu lange in den Hånden der Ge lehrten, und folglich zu bekant, als daß man einen Auszug aus seinem Inhalte in diesen Blåttern erwarten oder verlangen sollte. Wir wollen also blos bey der Vorrede zu dieser neuen Ausgabe stehen bleiben. Herr Mangey erzählt in derselben. B

das

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das Leben seines Urhebers, und zeigt die Quellen seiner Lehrfäße, und die Vorzüge dieser Ausgabe vor den åltern an. Und das ist auch alles, was man davon wissen will. Wir gehen demnach unserm Vorgänger Schritt vor Schritt nach.

Philo war ein Jude, von Alexandrien gebürtig, aus priesterlichem Geschlechte, das daselbst in sehr grossem Anfehn war, und zu den grössesten Würden gezogen ward. Er hatte einen Bruder mit Namen Alexander Lysimachus, der Alabar. cha oder Arabarcha war, und in der Apostelgeschichte IV. 6. erwähnt wird. Dieser Umstand führt den Verfasser auf eine kleine Nebenabhandlung von den Schicksalen dieses Alexanders, und von seiner so bestrittenen Würde, davon man auch nicht einmal die Rechtschreibung des Namens festsehen kan. Wenn Philo auf die Welt gekommen sey, und wenn er sie wieder verlassen habe, lähst sich schwerlich bestimmen. So viel ist gewis, daß er unter dem Kaifer Cajo zu Rom gewesen, folg lich mit den Aposteln Paulus und Petrus zu einer Zeit gelebt, und ein ziemliches Alter erreicht hat. Manche lassen ihn zwanzig, andre hinwiederum nur zehn Jahr vor Christo geboren werden. Herr Mangey hålt es mit dem Herrn Basnage, der Philons Geburtsjahr in das 723ste nach Erbau, ung der Stadt Rom, und also in das zoste vor Christi Geburt fest. Und zwar thut er das aus dem Grunde. Philo nennt sich in der Nachricht von seiner Gesandschaft nach Rom einen Greis. Nun hat er diese Gesandschaft im vierten Jahre.

der

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der Regierung des Kaisers Cajus, oder im 793 Jahre nach Erbauung der Stadt Rom, verrichtet, und zu eben der Zeit hat er auch seine Nachricht davon aufgeseßt. Nach jüdischem Gebrauche rechnet man keinen unter die Greise, der nicht we nigstens siebenzig Jahr alt ist. Wäre ein höhe res Alter geschickt, so grosse Reisen zu thun: so würde Herr Mangey, seinem Geständnisse nach, den Philo noch ålter machen. Denn Philo spricht an einem Orte von dem Unglück, das die Stadt Eanthus im Jahr 712 nach römischer Rechnung betraf, als von einer ganz neulichen Begebenheit. Seit Eusebii, Hieronymi, und Photii Zeiten trägt man sich mit allerhand Sagen vom Philo, die alle weg fallen, wenn man annimmt, daß Philo zur Zeit der Geburt Christi schon ein er wachsner Mann gewesen sey. Er soll den Apostel Paulus zu Rom gesprochen haben. Er soll ein Christ geworden, aber hernachmals wieder abge. fallen seyn. Er soll in seinem Buche von dem stillen Leben, das in der Beschauung göttlicher Wahrheit unbemerkt geführt wird, unter dem Namen der Therapevten, von denen er daselbst viel We fens macht, eine gewisse Art von Christen in Ae gypten gemeint haben, die ein eingezogenes Leben führten, und einen Mönchsorden vorstellten, den der Evangelist Marcus gestiftet haben soll. Ist Philo im Jahre Christi 40 schon in die siebenzig gewesen, wie hat er denn von einem Orden schrei ben können, den Marcus, (gefeßt, daß er der Stifter davon sey) vor A. 50 nicht hat stiften B 2

fön.

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